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Geschichte der Steinmetze

Der Abbau und die darauf folgende Bearbeitung von Stein sind eines der ältesten Bauhandwerke der Welt. Die Pyramiden von Giseh und die Akropolis in Athen wurden von Steinmetzen, mit nach heutigen Maßstäben, primitiven Mitteln erbaut. Doch existieren diese Monumente, die ohne Mörtel gebaut wurden und nur durch die exakte Bearbeitung der Steine zusammenhalten, heute noch.
Durch Karl den Großen kam das Steinmetzhandwerk erstmals 808 in Mitteleuropa zum Vorschein und erreichte die erste Blütezeit in der Gotik. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurden schließlich die Steinhauerzünfte geboren. Sie legten die Rechte und Pflichten für alle Steinmetzen und Steinbildhauer fest. So konnte ein ausgelernter Geselle nach seinen Wanderjahren einen Meisterbetrieb aufsuchen, sein Meisterstück erschaffen und  endlich als ,,freier Meister“ bei einem Steinmetzbetrieb anstellig werden.
Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts löste die Zünfte, die wie ,,Familien“ waren, durch die Eingeführte Gewerbefreiheit auf. Die Steinmetzen waren dem gnadenlosen Wettbewerb der Wirtschaft schutzlos ausgeliefert und mussten ihre Angelegenheiten selbst regeln. Doch sie schlossen sich wie schon einmal zusammen und bildeten Innungen, so genannte freiwillige Vereinigungen der Handwerksbetriebe. Dies sind sozusagen die modernen Zünfte, allerdings fallen die Regeln und Pflichten, wie sie damals herrschten weg, da man sich darauf konzentriert sich gegenseitig zu helfen. Durch die Industrialisierung wurde die körperlich schwere Arbeit, wie schneiden von Steinblöcken, durch Maschinen ersetzt. Damit konnte auch eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit erreicht werden. Jedoch wird nach wie vor durch die Bearbeitung des Steinmetzes oder Steinbildhauers aus einem Steinklotz durch Hammer und Meißel ein Objekt voll Wärme und Leben. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Arbeitsgebiet der Steinmetzen verändert. Heutzutage werden Grabsteine, Fassaden, Fensterbänke oder Treppen hauptsächlich errichtet. Die Zeiten der Monumentalbauten sind leider längst vorbei. Es gilt vielmehr die Werke aus diesen Glanzzeiten des Steinmetzhandwerks zu erhalten.

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